Praxiswissen
Brennnesseljauche als Dünger, nicht als Wundermittel
Die Jauche düngt, sie schützt die Pflanze nicht vor Läusen. Brennnesseln sind stickstoffreich, im Wasser bauen Mikroben das Gewebe ab, und verdünnt wird daraus eine übel riechende Brühe, die als Flüssigdünger für Starkzehrer brauchbar ist.
Unverdünnt aufs Blatt gesprüht verbrennt sie das Gewebe und vergrätzt die Nachbarn. Der Gestank gehört zur Gärung: ein Deckel, der nicht luftdicht schließt, etwas Gesteinsmehl auf der Oberfläche und ein Platz hinter dem Schuppen machen den Eimer erträglicher. In einer kleinen Wohnung setzen Sie keine Jauche an.
26. Oktober 2026 · 6 Min. Lesezeit · Redaktion
hausmittelportal.de · https://hausmittelportal.de/hausmittel/brennnesseljauche · Stand 26. Oktober 2026. Zur Unterstützung, nicht zur Behandlung.
Zu viel Stickstoff schadet auch
Zu viel Jauche macht mastige Pflanzen, mehr Blattläuse und bei Tomaten viel Blatt statt Frucht. Alle zwei Wochen in der Hauptwachstumszeit reicht für Kohl und Kürbis, Kräuter, die mager stehen sollen, etwa Lavendel, bekommen keine. Kompost bleibt der Grunddünger, die Jauche ist nur die Zwischenmahlzeit.
Quellen
- Brennnesseljauche ist ein stickstoffbetonter, biologisch umgesetzter Flüssigdünger. Eine spezifische fungizide oder insektizide Wirkung ist nicht belastbar belegt.
Einen Eimer ansetzen
- 1
Schneiden Sie Brennnesseln vor der Blüte, mit Handschuhen, und zerkleinern Sie sie grob. Wurzeln und Samenstände lassen Sie weg.
- 2
Geben Sie sie in einen Eimer und bedecken Sie sie mit Wasser, etwa 100 Gramm frische Nessel pro Liter. Kein Metalleimer, der korrodiert.
- 3
Decken Sie locker ab und rühren Sie täglich. Nach ein bis zwei Wochen ist die Brühe dunkel und schäumt nicht mehr stark.
- 4
Seihen Sie ab. Die Pflanzenreste kommen auf den Kompost, die Flüssigkeit gießen Sie 1 zu 10 verdünnt an die Wurzel.
- 5
Ist Konzentrat auf Blätter gekommen, spülen Sie es sofort ab.
Bitte beachten
- Der Geruch ist heftig. Setzen Sie die Jauche nicht auf dem Balkon über der Nachbarterrasse an.
- Unverdünnt verätzt sie Blätter.
- Nicht in ein Gewässer oder den Gulli gießen. Reste stark verdünnt im Beet verteilen.
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